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FAQ

Da einige Fragen gehäuft autreten, haben wir hier die Antworten für euch zusammengefasst:

Warum werden Speichen nur auf Zug belastet? Warum funktionieren Speichen aus Textil?
Ein sehr hoher Anteil aller Speichenlaufräder beruht auf dem Prinzip der Zugspeiche. Selbst eine metallische Speiche wird in einem Laufrad nicht auf Druck belastet. Dementsprechend besteht die Möglichkeit, Speichen auch aus Materialien zu bauen, die eben keinerlei Quer- und Druckkräfte aufnehmen können.

Worin besteht der Unterschied zu Spinergy?
Wir werden oft mit Spinergy verglichen. Zwischen dem Prinzip von Spinergy und PI ROPE gibt es allerdings ein paar Unterschiede.
Spinergy nutzt das System der einzelnen Speiche. Sie verbinden ihre Speiche mit jeweils einer Endverbindung an der Nabe und der Felge. Bei PI ROPE verwenden wir anstatt zwei einzelner Speichen eine Doppelspeiche. Diese wird an der Felge befestigt, über die Nabe geleitet und wieder zur Felge geführt. Dadurch sparen wir zwei Endverbindungen und somit auch einiges an Gewicht.
Spinergy verwendet parallel verlaufende Fasern, die durch Kunststoffummantelung zu Speichen geformt werden.
Die PI ROPE Speiche ist ein Geflecht. Dieses ermöglicht uns eine optimale Anbindung einer Endverbindung und eine homogene Entkopplung der Speiche an der Nabe. Nur zum Schutz vor äußeren Einflüssen ist eine zusätzliche Ummantelung, je nach Kundenwunsch möglich. Sie trägt nicht zur eigentlichen Funktion bei.

Wie ist es mit der UV-Beständigkeit bestellt? Wie sieht es mit der Wasseraufnahme aus?
Die UV-Beständigkeit ist grundsätzlich gewährleistet.
Erkenntnisse aus unserer Arbeit zeigen eine Reduktion der Maximalbruchlast der weit oberhalb des von uns vorgesehenen Sicherheitsfaktors liegt. Wir nutzen zusätzliche Mechanismen zur Erhöhung der UV-Beständigkeit. Diese sind in etwa die Färbung mit UV-blockenden Partikeln oder die Verwendung eines Schutzmantels.
Das von uns verwendete Material unterliegt einer Wasseraufnahme von unter 1 %.

Wie schützen wir die Speichen gegen Schnitt und andere äußere Belastungen?
Eine mutwillige Zerstörung der Speichen können wir leider nicht vermeiden. Um allerdings Schäden durch Steinschläge, umherfliegende Zweige etc. zu reduzieren, oder gar zu vermeiden, nutzen wir eine Schutzummantelung. Diese dämpft den auftreffenden Impuls und mindert somit die Belastung in Querrichtung zur Speiche ab.

Was geschieht bei einem Speichenbruch?
Sollte trotz erhöhter Sicherheit gegen Bruch und den Schutz vor äußeren Einflüssen eine Speiche brechen, reißt eine Speiche komplett und der zweite Speichenabschnitt lockert sich langsam bis zum Stillstand des Rades. Natürlich läuft das Laufrad dann nicht mehr rund. Je nachdem, wie ambitioniert man selbst ist, gelingt eine Reparatur vor Ort. Man muss zunächst den Reifen und das Felgenband entfernen, die defekte Speiche ausbauen und den Ersatz wieder montieren. Anschließend kann man die Speiche mit einer entsprechenden Kraft beaufschlagen und das Laufrad wieder zentrieren.

Wie sieht der Laufradaufbau aus?
Unser Laufrad entspricht einem „Rim-to-Rim-Prinzip“. Hier richtet sich eine Speiche so aus, dass sie an einem Punkt der Felge beginnt, anschließend über die Nabe geleitet wird und wieder auf einen gegenüberliegenden Punkt in der Felge geführt wird. In der Nabe werden beide Speichenabschnitte voneinander entkoppelt und können mit unterschiedlichen Kräften beaufschlagt werden. Dieses System ermöglicht Konstruktionen auf kleinem Bauraum und spart Gewicht.

Welche Aussage besteht hinsichtlich der Aerodynamik?
Geflochtene Speichenkonstruktionen ermöglichen unterschiedliche Querschnitte. Auch eine aerodynamische Ausrichtung der Speiche ist möglich. Derzeit arbeiten wir mit leicht ovalen Querschnitten. Diese richten wir in Laufrichtung so aus, dass eine verbesserte Aerodynamik erzielt wird.

Welche Möglichkeit habe ich im Rahmen einer eigenen Reparatur (Speicheneinbau/ -wechsel)? Kann man selber nachzentrieren?
Grundsätzlich entspricht das System unserer Speichen einem Standard-Speichen System. Demnach ist auch die eigene Reparatur möglich. Der Unterschied besteht in der Ausrichtung unserer Speichen und dem Ansatz für unser Werkzeug.

Wer ist die Zielgruppe für unsere Systemlaufräder? Gibt es Einschränkungen hinsichtlich Gewicht des Fahrers?
Unsere Zielgruppe sind alle Radfahrer. In erster Linie wollen wir allerdings Sportler ansprechen, die besonderen Wert auf Individualität, Funktionalität und Gewichtsersparnis legen. Dabei können wir alle Gewichtsgruppen bedienen. Wir können auf Grund unseres breiten Nutzungsspektrums (Bruchlasten von ca. 8.000 N) sehr individuell auf die Erfordernisse eine jeden Fahrers eingehen. Auch der Fahrer mit einem Gewicht von über 100 kg findet bei uns einen funktionierenden Laufradsatz.
Derzeit entwickeln wir Lösungen für den Downhill und Trial. Für die Anwendung im Kinderfahrrad, dem E-Bike, dem Einrad und Rollstuhlbereich analysieren wir aktuell. Demnach können wir für diese Bereiche leider noch keine Produkte anbieten.

Es existiert ein Video mit einem Diagramm von zwei unterschiedlichen Steifigkeitsverhalten. Ist die textile Speiche wirklich so elastisch?
Fälschlicherweise wird in einem Beitrag über uns ein Speichenverhalten dargestellt, was so nicht der Realität entspricht. In einem ersten Versuch wird eine Stahlspeiche mit einem scheinbar hohen Steifigkeitsverhalten gezeigt. Ein zweiter Versuch zeigt unser Speichenmaterial mit einem erheblich höheren Elastizitätsverhalten. Leider hat man da zwei unterschiedliche Prüfungen in einem Diagramm zusammengefasst. Während die Standardspeiche der eigentlichen Länge entspricht wurde unser Speichenmaterial (stark abweichender Längenunterschied) mit einem völlig anderem Prüfaufbau getestet. Unser Material wurde über sogenannte Garnklemmen (mit viel Bewegungsreserve) getestet. Demnach wurde eine sehr viel höhere Verformung aufgezeigt. Der richtige Aufbau wäre, beide Speichen mit Markern zu versehen und nur die Verformung zwischen den Marken zu detektieren. In diesem Fall würden beide Speichen in etwa das gleiche Verformungsverhalten aufweisen.

Wie wird die Steifigkeit der Speiche erzielt?
Wir können unsere Speichen auf ein gewünschtes Steifigkeitsverhalten konstruieren. Dazu setzen wir ein mehrstufiges Fertigungsverfahren um. Dieses beinhaltet den textilen Fertigungsprozess und weitere Nachbehandlungsstufen. Die Steifigkeit wird zudem über den Querschnitt unserer Speiche umgesetzt.

Ihr habt weitere Fragen? Wir beantworten sie euch gerne!